Ein Feuer das brennt
- Theaterstück für eine Person; Szene aus dem 2. Bild
Fingiertes Gespräch zwischen Madame Curie und Dorothee von Flüe (Frau des hl. Niklaus von Flüe) Dorothee: Du fragst, warum dein unter größten Opfern geführter Kampf im Dienste der Wissenschaft sich durch die Strahlkraft, die in deiner Entdeckung liegt, in Fluch gewendet hat? Warum fragst du? Ach Marie, auf das Warum der Menschen hat nur Gott eine Antwort. Sieh deine Hände, deine armen, gepeinigten Hände. Vieles können wir mit unseren Händen tun. Wir können geben und nehmen. Wenn wir beten, geben wir, Marie. Deine Hände waren Werkzeuge zur Erlangung von Erkenntnissen, die verhüllt in der Erde ruhten,
verborgen von Gottes Barmherzigkeit. Du hast sie ans Licht gezerrt, ohne zu fragen, ob es gestattet sei. Hast du in der Größe und Schönheit der Schöpfung nicht den Meister aller Dinge erkannt? Der Mensch ist doch geschaffen, um Gott seinem Herrn zu dienen, ihn zu lieben und dadurch seine Seele zu retten. Und alle die Dinge auf der Erde sind dem Menschen von Gott gegeben, damit sie ihm helfen, dieses Ziel zu erreichen. Deine große Wissenschaft ist mir fremd, doch die Wahrheit bleibt gültig für alle, ob gescheit und studiert wie du oder ob arm im Geiste, wie ich es bin. Denn in der Schöpfungsgeschichte heißt es: Und Gott sah alles an, was er geschaffen hat, und siehe da, es war sehr gut. Nur was wir aus Liebe zu Gott getan haben, hat Ewigkeitswert. Nur das überlebt die Jahrhunderte. Weißt du, Marie, dass in der Kirche die Nobelpreise erst nach dem Tode verliehen werden. Ja, Klaus wurde erst 500 Jahre nach seinem Tod heilig-gesprochen. Die Kirche ist weise. Bei unserer Suche nach dem Reiche Gottes gibt Gott uns großzügig alles andere dazu. Es wäre eigentlich unsere Pflicht, Gottes Weisheit zu verkünden, nicht die unsere.
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