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Es liegt am christlichen Künstler, das Wesen des Sakraments so zu erfassen, dass es jedem Menschen als gegenwartsbezogen erscheint. Aber wer ist der christliche Künstler? Er ist vor allem Christ in Gemeinschaft mit der Kirche. So gelten für die Kunst ebenso wie für die Liturgie Regeln, die absolut zu respektieren sind, die jedoch eine korrekte Kreativität des Zelebranten oder der Schola nicht unterdrücken und eine lebendige Form der Zelebration bejahen allerdings eingebettet in ein Ritual, das die Treue zum Willen des Herrn gewährleistet. Dies geschieht in beispielhafter Weise in der Ostkirche und es ist auch im Abendland im Goldenen Zeitalter der liturgischen Kunst geschehen. Die Künstler können Identität nicht deshalb weniger ausdrücken, wenn sie sich selbst und ihre Genialität nicht vor das Geheimnis der Eucharistie stellen, sondern sie verherrlichen ihre Kunst sogar noch mehr, wenn sie diese als Werke im Dienst der Kirche ausführen. In der christlichen Kunst, in der liturgischen Einrichtung, in der sakralen Musik und im Gesang ist es nicht nur eine Frage der Befähigung, der Begabung und Tüchtigkeit des Künstlers, etwas Besonderes zu schaffen, sich Moden anzupassen oder sie zu erfinden, das Problem ist vielmehr, diese Fähigkeit, die jeder wahre Künstler besitzt und ausübt, in den Dienst des Mysteriums zu stellen.
Dies ist möglich, wenn sich der Künstler in Gemeinschaft mit der Kirche befindet, wenn er eine christliche Erfahrung lebt und vom Mysterium bewegt ist. Wer immer sich in die Betrachtung des Werkes „Dreifaltigkeit“ von Andrej Rublev vertieft, legt sich Rechenschaft darüber ab, dass der Künstler imstande ist, etwas auszusagen, weil er in den Mittelpunkt seines christlichen Lebens ganz besonders das Geheimnis der trinitarischen Liebe gestellt hat und daher in der Lage ist, darüber zu sprechen (etwas zu stammeln, so wie jedes „Zwiegespräch“ mit Gott ein Stammeln ist) und anderen dabei zu helfen, sich von der Liebe entzünden zu lassen. Künstler dieser Art gibt es auch im Abendland, wie Beato Angelico, ein tiefreligiöser Dominikanermönch, der voll integriert war in die Entwicklung der figürlichen Kunst seiner Zeit, von der er einer ihrer Meister war; oder Van Eyck mit seiner staunenswerten Anbetung des Mystischen Lammes, in der er die gesamte Lehre über die Eucharistie zusammenfasst; und Caravaggio, in dessen Werken die Dialektik zwischen Gnade und Sünde materialisiert erscheint, die in jener Zeit auch in der Theologie diskutiert wurde. Wie Paul VI. sagte: die Kunst und die Liturgie sind Schwestern; aber so wie Martha diensteifrig und Maria andächtig war, so soll auch die sakrale Kunst dem Christen dienstbar sein, der in der Kirche andächtig betet. Die authentische sakrale Kunst soll sich ganz klar und ohne den Wert als Hochkunst zu verlieren, als Instrument und im Dienst des Mysteriums sehen, welches annimmt, in ihren Formen bekleidet zu werden, seien sie materiell wie die figürlichen Künste, oder unspürbar wie die Musik . |
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