Otto Vicenzi

Pichlergasse 4/5
A-1090 Wien
Tel.: +43-(0)1-310 39 05


Geboren 1914 in Wien, studierte er Klassische Philologie und Pädagogik an der Universität Wien und promovierte zum Dr.phil. 1937. Er trat sofort in den Dienst als Gymnasialprofessor ein, den er - abgesehen von der Unterbrechung im Militärdienst – bis 1980 in Wien, Tulln und Krakau ausübte.
Seine besondere Neigung gilt der Lyrik und der Übersetzung von Dichtung aus dem Neugriechischen, Serbokroatischen, Italienischen und der klassischen Antike.
Sein erster Lyrikband "Bild und Gegenbild" erschien 1972. Zum 80. Geburtstag "Melpomene - Ernte 80" (erste Auflage 1994, zweite 1996). Zeitkritische Themen, besonders auch Bildungsfragen behandeln seine Bücher und Essays.
Beachtenswert sind auch die Übersetzungen aus dem Serbischen, Griechischen und Lateinischen in Buchform.

Alpha und Omega

Der Mensch war Gottes Ebenbild,
und Gott war liebreich, Gott war mild.
Der Mensch jedoch das Bild zerschlug:
Gott "ähnlich" sein war nicht genug.
Er wollte "gleich" sein ihm und "frei";
zuletzt war Gott ihm einerlei.
Und er zerbrach auch die Natur,
den letzten Rest von Gottes Spur.
Und alles wurde neu "erdacht";
zuletzt der "Bruder" umgebracht.
Plötzlich erkennt der Mensch ein Maß:
daß er mit Gott sich selbst vergaß.
Er sieht, wie "seine" stolze Welt
mit einem Mal in Trümmer fällt.
Es bleibt kein Ausweg aus der Not.
Das Ende ist der Anfang: Gott.

zurück