Dieses Abendmahl ist daher nicht einfach eine Mahlzeit, vor allem aber auch ist es das Opfer Christi. Es ist notwendig zu verstehen, dass es sich um das Abendmahl handelt, in dem sich Christus selbst aufopfert. Aus diesem Grund ist es nötig, darauf zu achten, das Mahl nicht zu banalisieren. In diesem Sinn soll auch die christliche Kunst dabei helfen, verständlich zu machen, dass es sich um das Opfer des menschgewordenen Gottes handelt, indem vermieden wird, dass die Dinge rund um den Altar Banalität ausdrücken, so wie auch die Gesänge und die Musik.

Immer wieder kann die Kunst nicht umhin, zwei extreme Gegensätze zu vermeiden: einerseits einen ärgerniserregenden Realismus, andererseits einen exzessiven Symbolismus. Auf der einen Seite muss sie das erzählen, was die Gläubigen verstehen lässt, dass ein Ereignis stattgefunden hat, aber dies darf nicht banal geschehen, da es sich doch um das Opfer des Gott-Menschen handelt. Auf der anderen Seite kann sie nicht alles auf ein Symbol reduzieren und die Kirche so sehr mit Symbolen erfüllen, dass diese gegenüber den erzählenden Inhalten und den realistischen Darstellungen überwiegen. Der Sinn des Mysteriums, welches zu erwecken die Kunst aufgerufen ist, sollte sein, die Gläubigen zur richtigen Einstellung zu bringen, zu einer essentiellen Bußgesinnung, zur Demut, zu einer Erwartungshaltung, zur ehrfürchtigen Sehnsucht nach der Begegnung mit dieser Gegenwart: „Herr ich bin nicht würdig, dass Du eingehest unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund!“ Die sakrale Kunst hat also die Aufgabe, jene Atmosphäre zu schaffen, jenen physischen Ort, der das Gebet in Andacht ermöglicht, der die Anbetung begünstigt und die Gefühle für die Nächstenliebe belebt.

Im Übrigen kann man auch daran erinnern, dass eine gute Voraussetzung, in der Einstellung gegenüber der Eucharistie richtig zu leben, im Sakrament der Wiederversöhnung gegeben ist. Mir kommt zum Beispiel der schöne Altar von Rogier van der Weyden mit der Darstellung der Sieben Sakramente in den Sinn, auf dem sich die Zelebration in verschiedenen Kapellen einer Kirche abspielt, natürlich mit der Eucharistie im Zentrum und darüber einem großen Kruzifix, da von diesem der Quell der Gnaden hervorströmt. Es ist dies ein wunderbares Beispiel, wie die Kunst eine richtige spirituelle Einstellung deutlich macht: In diesem Fall ist es Christus im Zentrum als Quelle der Erlösung, in deren Genuss die Gesten des Gebets und der Liturgie gelangen, im Einzelnen durch die Sakramente, vor allem aber durch die Eucharistie. Eine solche Beobachtung könnte auch eine Empfehlung sein, sich die architektonische Gestaltung einer Kirche zu vergegenwärtigen, in ihrer Ausstattung und Ausschmückung auf das Prinzip der Übereinstimmung der einzelnen Teile gerichtet im Sinne einer organischen Gesamtheit des sakralen Raumes. So könnte man beispielsweise veranlasst sein, die Zentralität des liturgischen Geschehens und damit des Altares in Erwägung zu ziehen.
Aber auch der Aufbewahrungsort der Eucharistie, der Tabernakel, ist nicht minder zentral wert, ihm einen spezifischen Ort der Anbetung, der Stille und des Gebets zu widmen, der beim Eintritt in die Kirche sofort sichtbar ist.

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